über

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„Bei aller kontrastbetonten Gestaltung zeichnet sich Bernd Frankes Musik durch Eleganz und einen hedonistischen Charakter aus, letztlich getragen von einer immer stärkeren Differenzierung des Klangmaterials in Richtung einer klangfarblich determinierten Stimmführung, Kontraste werden minutiös ausgebildet und zugespitzt, entladen sich aber nicht im unversöhnten Konflikt, sondern bewahren ein Streben nach Ausgleich und Harmonie, die allerdings folgerichtig unvollkommen bleibt.

Sein klanglich-dramaturgisches Komponieren zielt auf eine dem Hören unmittelbar erfassbare musikalische Sprache, ohne deshalb in Einfachheit oder Neoromantizismen zu verfallen. Im Gegenteil: Fasslichkeit und Differenzierung (klanglich wie auch strukturell) sind die Pole ein und desselben Anliegens: eine Musik zu schreiben, die kommunikativ ist auch ohne das verschämte Fortschleppen verbindlicher Konventionalismen.

Kompositorisch beeinflusst haben ihn dabei Witold Lutoslawski, John Cage und Morton Feldman. In dieser Entwicklung gibt es kleinere und größere Stufen, vor allem verursacht durch die Beschäftigung mit anderen Komponisten und besonders auch mit Malern wie Chagall, Goya, Dürer, WOLS, Pousette-Dart, Erich Hauser und vor allem Joseph Beuys.“

(Gisela Nauck)